Keine Eingliederungshilfe: Menschen mit hohem Pflegebedarf wird die Teilhabe am Leben einfach abgesprochen

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      Keine Eingliederungshilfe: Menschen mit hohem Pflegebedarf wird die Teilhabe am Leben einfach abgesprochen

      Keine Eingliederungshilfe für Martin Hackl

      ... "Mich ärgert der Bezirk Unterfranken, weil er behinderten Menschen wie Martin Hackl mit hohem Pflegebedarf die Teilhabe am Leben einfach abspricht", schrieb Ingrid Stubenvoll, "...

      ..."Der Kostenträger verzögerte dem 52-jährigen, der nur mit unterstützter Kommunikation kommunizieren kann, nicht nur die Bescheidung des Antrags auf Kommunikations- und Eingliederungshilfe, sondern hat nun wieder einmal mit Bezug auf die Pflegeversicherung jegliche Eingliederungshilfe abgelehnt."...

      ..."Da die Kommunikation von Martin Hackl ohne Unterstützung nicht möglich ist, hatten Ingrid Stubenvoll und Susanne Göbel ihn und seine Schwester als gesetzliche Betreuerin unterstützt, im Oktober 2015 einen Erstantrag beim Bezirk Unterfranken für ein Persönliches Budget für Teilhabeleistungen zu stellen. Am 21. Januar 2016 erfolgte dann ein Vorabbescheid des Bezirks mit der Information, dass eine Ablehnung erfolgen wird,"...

      ..."So zog sich die Sache länger hin, u.a. bemerkte der Bezirk in einem Schreiben vom April 2017, dass Martin Hackl bei 22 Stunden Pflege keine Zeit zur Teilhabe habe "...

      ..."kam am 27. Juni 2017 der endgültige Ablehnungsbescheid des Bezirks Unterfranken, in dem dieser jegliche Teilhabeleistungen ablehnt, also auch die versprochene Kommunikationshilfe. In der Begründung führt der Bezirk Unterfranken aus, dass das MDK-Gutachten zeige, dass Leistungen zur Teilhabe bei Martin Hackl wegen des Pflegegrads 5 und seines allumfassenden Pflegebedarfs nicht in Frage kommen."...

      ..."Für Martin Hackl bedeutet dies, dass er auch weiterhin nach über 18 Monaten des Wartens und Hoffens keine Kommunikationsmöglichkeiten mit dem Pflegedienst, seiner rechtlichen Betreuerin, seinen WG-MitbewohnerInnen und seinem Netzwerk von Menschen, die ihn kennen, pflegen kann, weil er auf umfassende unterstützende Kommunikation angewiesen ist"...

      ... "Wenn es jemand im Leben schon so schwer hat, dann kann man ihm doch die Alltagskommunikation nicht verweigern, die er für wenigstens ein bisschen Lebensqualität braucht. Das ist menschenunwürdig." "...

      kobinet-nachrichten.org/de/1/n…ilfe-für-Martin-Hackl.htm

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      ....das zum Thema Bundesteilhabegesetz...Menschen mit hohem Pflegebedarf haben keinen Anspruch auf Teilhabe am Leben... :eek





      – Fachbeitrag D11-2017 –
      22.03.2017

      Die Schnittstelle Eingliederungshilfe – Pflege
      im Lichte der gesetzlichen Regelungen des Bundesteilhabegesetzes und des Pflegestärkungsgesetzes III

      Von Dr. Elisabeth Fix, Deutscher Caritasverband e. V.
      reha-recht.de/fileadmin/user_u…_von_BTHG_und_PSG_III.pdf





      Viele Grüße
      Monika

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Monika“ ()

      Hallo zusammen,

      der im Artikel beschriebene Fall ist leider Standard. Im Anhang sind meine Erfahrungen mit Unterfranken . . . <X
      (den Bericht der IG Inklusives Wohnen müsste ich ergänzen, aber dann bin ich ja noch mehr frustriert)
      Dateien
      Sie ist anders als die andern, und ihre Sprache geht weit an uns vorbei.
      Doch wenn sie lächelt, lächelt sie mit Leichtigkeit dir dein ganzes Herz entzwei.

      'Sommerkind' von Wortfront


      Viele Grüße
      Inge

      Monika schrieb:

      ..."So zog sich die Sache länger hin, u.a. bemerkte der Bezirk in einem Schreiben vom April 2017, dass Martin Hackl bei 22 Stunden Pflege keine Zeit zur Teilhabe habe "...

      Unfassbar unmenschlich. Es gibt keine Worte für solch ein Verhalten. Das ist definitiv auch eine Form von Gewalt. Wann ist die Menschheit so weit, dies zu erkennen?
      Hier im Forum fehlt eindeutig ein Kotzsmiley.
      Hallo zusammen,

      es ist schon sehr bezeichnend, wenn sich zum gleichen Zeitpunkt Bezirketagspräsident Mederer im Vorfeld der Vollversammlung des Bayerischen Bezirketags unter dem Motto „Inklusion geht alle an!“ zu den "Grenzen der Inklusion" für schwerstbehinderte Menschen äußert. Das zeigt deutlich, wie die Zukunft für Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf aussehen soll.

      Schwerstbehinderte Menschen sind - ungewollt oder gewollt? - beim Teilhabegesetz und anderen Gesetzen schlicht und einfach nicht berücksichtigt worden. Deshalb besteht zunehmend die Gefahr, dass die Betroffenen künftig wieder gegen den Status „Pflegefall“ kämpfen müssen.

      Ich finde das belastend, beängstigend und wirklich bedrohlich!

      Sie ist anders als die andern, und ihre Sprache geht weit an uns vorbei.
      Doch wenn sie lächelt, lächelt sie mit Leichtigkeit dir dein ganzes Herz entzwei.

      'Sommerkind' von Wortfront


      Viele Grüße
      Inge

      "Danke" für die Info und Aussicht.... dann kann ich ja in etwa abschätzen, was in 10 Jahren auf uns wartet:

      mein Kind wir keine Zeit für den Bedarf an Kommunikation haben mit PG 5.

      Dann hoffe ich, dass er wenigstens nie seinen guten Schlafrythmus von etwa 10 Stunden max Schlaf verliert, damit es ihm nicht noch mehr auffällt...

      oder ich muss umdenken und dankbar sein und froh, dass er ohnehin sehr wenig an Rundumkommunikationshilfe erhält und dann ggf auch nicht so viel vermissen kann!

      - sorry, grad im Frustmodus...

      J
      onna
      ~~~~~~~~~~
      mit Jesper und Felix *2006 (Down Syndrom PLUS, gehörlos und weitere Baustellchen...)



      Der Kampf für Selbstbestimmung lohnt sich

      14. November 2017

      Der Kampf für Selbstbestimmung lohnt sich

      Das Fazit für Martin Hackl ist daher:

      "Für seine Rechte kämpfen ist mühsam und kostet unheimlich viel Kraft, aber es ist wichtig und lohnt sich."

      ..."Seit August 2017 bekommt er nun die nötige Unterstützung und kann sich
      dadurch endlich besser mitteilen. Die Regelung gilt vorläufig zwar nur bis April
      nächsten Jahres, aber aufgrund der nun guten Zusammenarbeit mit dem Bezirk
      sieht Martin Hackl eine gute Basis für passende Hilfen auch in der Zukunft."...

      kobinet-nachrichten.org/de/1/n…bestimmung-lohnt-sich.htm

      Viele Grüße
      Monika