Deutsche Bahn - Gibt es Barrierefreiheit für Menschen mit Lernschwierigkeiten?

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      Deutsche Bahn - Gibt es Barrierefreiheit für Menschen mit Lernschwierigkeiten?

      Urlaubszeit ist Reisezeit und ich denke mal wieder über die Barrierefreihei bei der Bahn für Menschen mit Lernschwierigkeiten nach. Habt ihr in dieser Hinsicht schon Erfahrungen gemacht? Gibt es Ansprechpartner, Hilfen und Unterstüzung?
      Ich denke mal nicht.
      Ist es nicht sogar so, dass die Bahn für Beratung und Kauf am Fahrkartenschalter seit einigen Jahren eine Gebühr nimmt? Also, ein Mensch, der beim Raussuchen der Verbindung helfen kann und nicht verlangt, dass man einen Automaten bedienen kann, kostet Geld. Das nenne ich nicht barrierefrei.

      Annemarie schrieb:

      Ist es nicht sogar so, dass die Bahn für Beratung und Kauf am Fahrkartenschalter seit einigen Jahren eine Gebühr nimmt? Also, ein Mensch, der beim Raussuchen der Verbindung helfen kann und nicht verlangt, dass man einen Automaten bedienen kann, kostet Geld. Das nenne ich nicht barrierefrei.
      Das darf echt nicht sein. Ich habe mal auf der Internetseite der Bahn geschaut, aber nichts darüber gefunden. Wer weiß mehr?

      Die Bahn bietet in Kooperation mit der Bahnhofsmission auf innerdeutschen Strecken an den Wochenenden eine Begleitung für alleinreisende Kinder von 6-14Jahren an. Diese Info findet man unter "Kann mein Kind alleine mit dem Zug verreisen?" bahn.de/p/view/hilfe/bahn_de/hilfe.shtml

      Warum bietet die Bahn diesen Service nur für Kinder an? Man könnte ihn auch behinderten Menschen anbieten. Das wäre doch mal ein Schritt in Richtung Inklusion und außerdem würden so neue Arbeitsplätze entstehen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Ella“ ()

      Jedenfalls haben ältere Menschen oft erhebliche Probleme mit den Automaten, habe ich schon erlebt.

      Habe für meine Schwiegermutter auch deshalb schon online gebucht. Und so machen es viele für ihre Eltern, Großeltern etc., wer keinen Automaten bedienen kann, steigt online mit Vorauszahlung erst recht nicht durch.
      Das mit der Beratungsgebühr gab es auf jeden Fall:

      fr.de/wirtschaft/deutsche-bahn…en-kostet-extra-a-1166940

      Sieht aber so aus, als hätten die das wieder abgeschafft?
      Oder doch nicht? Hier steht sogar was von 5 Euro:

      stern.de/noch-fragen/sind-bahn…-internet-1000650062.html

      Na ja, dafür sind eben viele Reisezentren geschlossen worden. Bei uns gibt es nur noch die Möglichkeit Automat oder online.

      Das Programm „Kids in Tours“ kostet 35,- €. Hierfür sind aber ehrenamtliche Mitarbeiter im Einsatz.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Annemarie“ ()

      Soweit ich das aus anderen Foren in Erinnerung habe, wird der nicht als ganz so toll angesehen.
      Obwohl die Mitarbeiter als sehr freundlich angesehen werden.

      Auf die Schnelle gefunden:

      raul.de/leben-mit-behinderung/…d-ihr-mobilitaetsservice/

      Das übliche Bahn-Chaos anscheinend dort auch...

      Und alles muss vorher angemeldet werden. Spontan reisen geht nicht so einfach.

      Was ich noch nicht wusste: Reservierung für Behinderte und deren Begleitperson ist über den Mobilitätsservice kostenlos.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Annemarie“ ()

      Oh, das ist großer Mist. Man muss sich auf diesen Service schon verlassen können. So könnte ich niemals mit ruhigem Gewissen meinen Sohn alleine reisen lassen. Wir haben gute Erfahrungen mit dem Flixbus gemacht, aber ich weiß, dass es auch andere Erfahrungen gibt. Bisher waren die Fahrer bei Flixbus immer zuvorkommend und verständnisvoll.
      Mein Mann und ich haben ein freies Wochenende und so haben wir gestern eine lange Radtour gemacht. Zurück sind wir dann mit der Regionalbahn gefahren. Wir fahren sonst nie mit der Bahn und so sind wir absolut ungeübt in der Bedienung der Fahrkartenautomaten. Der Bahnsteig war recht voll und es gab nur zwei Automaten.

      Es dauerte etwas, bis wir an der Reihe waren. Ob die Leute vor uns auch Schwierigkeiten hatten? Es war wirklich eine Herausforderung, den Automaten zu bedienen. Wir waren froh, als wir dann endlich jeweils die Personen- und Fahrradfahrkarte hatten. Ein Mensch mit Lernschwierigkeiten wäre damit komplett überfordert gewesen.
      Ich fragte mich, wie ein Rollstuhlfahrer wohl an den Fahrkartenautomaten herankommen und ihn bedienen soll. ?( Für mich sah das so aus, als wäre das gar nicht möglich.

      Das Servicebüro hatte nur bis 17.00 Uhr geöffnet, war also bei unserer Rückfahrt geschlossen. Auch hier war keine Hilfe zu erwarten. Auf dem Bahnhof gab es kein frei zugängliches WLAN, sodass man auch per Internet keine Fahrkarte hätte kaufen können.
      Das war kein Dorfbahnhof, sondern ein Bahnhof in einem touristischem Gebiet/ Kurort.
      Ich war übrigens überrascht, wie breit die Spalte zwischen Zug und Bahnsteigkante war. :eek Wer lässt sich denn sowas einfallen?
      Dieser Bahnhof war NICHT barrierefrei, liebe Deutsche Bahn, weder für Menschen mit Lernschwierigkeiten noch für Menschen mit einer Körperbehinderung!!!! :thumbdown: Und vermutlich für alte Menschen auch nicht. Wie bedienen blinde Menschen eigentlich den Fahrkartenautomaten?

      Dieser Beitrag wurde bereits 8 mal editiert, zuletzt von „Ella“ ()

      Barrierefrei sollte auch nicht an einen Schwerbehindertenausweis geknüpft sein.
      Gut, die Bahn hat diesen Mobilitätsservice - wie gut oder schlecht auch immer der ist. Der ist aber für „Behinderte“. Wenn ältere oder wenig technikaffine Menschen die bahneigenen Automaten nicht bedienen können, ist das Angebot NICHT barrierefrei.
      Von barrierefreien Angeboten sollten alle profitieren. Wie ich mich damals über die großzügige Behindertentoilette bei uns im Regionalzug gefreut habe, die gleichzeitig eine Wickelmöglichkeit für Kinder enthielt.
      Übrigens - als Rollstuhlfahrer (bzw mit Behindertenausweis) darf man die Fahrkarte aufschlagsfrei im Zug nachlösen (sofern das grundsätzlich möglich ist).

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Annemarie“ ()

      Ella schrieb:

      Das war kein Dorfbahnhof, sondern ein Bahnhof in einem touristischem Gebiet/ Kurort.
      Ich war übrigens überrascht, wie breit die Spalte zwischen Zug und Bahnsteigkante war. :eek Wer lässt sich denn sowas einfallen?

      Wo war das denn, das ein Kurort einen nicht „barrierefreien“ (sprich rollstuhlgeeigneten) Bahnhof hat??

      Viele Bahnhöfe sind auch in der Provinz mittlerweile für Rollstuhlfahrer theoretisch nutzbar. Ob dann aber auch die Fahrstühle funktionieren, ist eine andere Frage.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Annemarie“ ()

      Annemarie schrieb:

      Viele Bahnhöfe sind auch in der Provinz mittlerweile für Rollstuhlfahrer theoretisch nutzbar.
      Aber ich fragte mich gestern, wie Rollstuhlfahrer eine Fahrkarte ziehen? Ich konnte mir nicht vorstellen, dass alle Rohlstuhlfahrer die Möglichkeit haben, problemlos an den Automaten zu kommen und ihn zu bedienen.

      Ich habe jetzt mal im Netz geschaut und der Bahnhof, von dem wir gestern abgefahren sind, wird im Netz als barrierefrei ausgewiesen. Es wird überhaupt nicht erwähnt, dass es z.B. eine große Spalte zwischen Zug und Bahnsteinkante gibt. Gute Frage: Wie definiert man Barrierefreiheit? Versteht man unter Barrierefreiheit nur das Vorhandensein von Fahrstühlen?

      Ich fasse noch einmal zusammen:
      - komplizierte Bedienung der Fahrkartenautomtaten. Sind die Automaten für Rollstuhlfahrer zugänglich? Hohe Barrieren für Menschen mit Lernschwierigkeiten und für alte Menschen. Wie bedienen blinde und sehbehinderte Menschen den Automaten?
      -Servicebüro war ab 17.00 Uhr geschlossen
      -breite Spalte zwischen Zug und Bahnsteigkante
      -kein frei zugängliches WLAN (nur Telekom und nur recht schwach)
      -Fahrstuhl vorhanden

      Kann man solch einen Bahnhof barrierefrei nennen? Ich vermute, dass es keinen Bahnhof gibt, der tatsächlich barrierefrei ist, oder?

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Ella“ ()

      An der Barrierefreiheit muss allgemein, aber auch gerade bei der Bahn noch gearbeitet werden.
      Wenn man betroffen ist, sollte man immer mal wieder bei den Verantwortlichen daran erinnern.

      Jedenfalls gilt, dass man bei Unbedienbarkeit eines Automaten im Zug lösen kann. Für Behinderte steht in dem Link von der Bahn ausdrücklich, dass es grundsätzlich (unabhängig von einem Defekt) gilt.
      Frage mich nur, was man in Zügen ohne Schaffner machen soll?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Annemarie“ ()

      Heute das gleiche Spiel, nur in einem anderen Bundesland. Mein Mann und ich haben wieder eine längere Fahrradtour gemacht und sind dann mit der Regionalbahn zurückgefahren. Fahrstühle am Bahnsteig waren zwar vorhanden, aber diesmal war nicht nur ein breiter Spalt zwischen Bahnsteigkante und Zug, sondern auch ein Höhenunterschied, sodass ich mit meinem Fahrrad sehr aufpassen musste. Für Rollstuhlfahrer ist das Gift, aber auch ältere Menschen und Menschen mit motorischen Einschränkungen und Eltern mit kleinen Kindern und Kinderwagen werden beim Ein-und Aussteigen Schwierigkeiten haben.


      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Ella“ ()

      Also hier im Dorf ist da noch nicht viel getan worden. Doch in Olten, der nahen Stadt die man auch gut mit Bus erreicht, wo Rollstuhlfahrer einen extra Platz haben, wurde schon länger einiges getan.
      Es gibt bei jedem Perron bei der Hauptunterführung, Rampen, wo man mit Rollstuhl, Kinderwagen. Koffer etc sehr gut hoch kommt. Nur bei Gleis 7 ist ein Lift weil es da keine Rampe/Schräge zum Hochfahren gibt. Die Züge, haben viele einen ebenen Eingang, kaum Lücke zwischen Perron und Zug. Die Schalter, wo man Ticket holen kann, sind meiner Meinung nach noch viel zu hoch für Rollstuhlfahrer.
      Die Automaten sind auch noch nicht alle soweit unten dass Rollstuhlfahrer an alles gut ran kommen. Dies ist aber nur mal in Olten, so, wie es in grösseren Städte wie Zürich, Basel, Bern, Genf etc ist, weiss ich nicht. Basel hat von Perron her auch Lifte, hinter den Rolltreppen. Wie da der schalter ist zum Ticket lösen weiss ich nicht.

      Also es wurde schon viel getan und noch mehr gemacht, was ich sehr gut finde. Nur eben die kleineren Orte, Dörfer, wie bei uns, lassen da noch viele Wünsche übrig. Man ist zwar schon lange am irgendwas umbauen bei uns, doch was da alles genau gemacht wird weiss ich nicht. Die Unterführung ist nach wie vor nur über eine Treppe zu erreichen. Es gibt da zwar noch zwei Bahnen wo evt breite Kinderwagen und Rollstuhl drauf fahren können aber das Ding ist viel zu Steil, da kommt man nicht ohne viel Kraftaufwand hoch. Von Unterführung zu Perrons waren bisher nur Treppen, die ebenfalls steil hochgehen, und selbst für Fussgänger mit schwerem Koffer zum Kampf werden.

      Dass die Bahn sich aber nun bemüht da noch mehr zu machen, Hindernisse abzubauen finde ich super. Ich hoffe sehr dass sie da dran bleiben und nicht irgendwann meinen das kommt zu teuer. Wobei man auch sagen muss dass das ganze auch vom Bund unterstützt wird, da unsere Bahn noch Bundesbahn ist, und darum auch der Bund, was zu sagen hat. Ist also von daher schon mal anders als bei euch mit der DB.

      Wir haben zwar immer noch diese Lifte, für Rollstuhlfahrer, auf den Perrons, wo diese Leute vorher Melden müssen in welchen Zug sie müssen, damit ein Bahnmitarbeiter diesen Lift dann bedient. Eben weil noch nicht alle Bahnen angepasst sind. Auch wegen der DB, weil da fahren ja auch Züge in die Schweiz, zum Teil recht weit. Ich fahre normalerweise mit DB von Karlsruhe über Basel bis Olten, der Zug fährt dann weiter über Bern nach Interlaken. Diese Züge, ICE oder IC haben meistens noch diese blöden Treppen, beim Ein- und Ausstieg haben, wo ich kurzbeiniges Schwergewicht zu kämpfen habe und mit Koffer kaum hoch oder runter komme. Bin da auch schon raus geflogen, aber mehr weil andere hinter mir, statt zu helfen, drängten und schubsten. Lies dabei dann den Koffer fallen, dass der vor mir unten liegt und ich drauf falle, besser so als umgekehrt.

      Einmal habe ich mich noch halten können, der Koffer flog und ich hielt mich rechts und links an Stange fest, drückte meinen gut gepolsterten Hintern zurück und drehte ich mich um. Dann rastete ich so aus, dass die Leute weiter hinten es bevorzugten zur nächsten Türe zu gehen. Der Typ der mich schubste war soe in Erste Klasse Sitzer mit Aktenkoffer und Zeitung unterm Arm. Ich brüllte den so an, dass er fast schon Tränen kriegte. Nein ich raste nicht gleich so aus, aber wenn mich wer aus dem Zug schmeissen will und es dann noch so ein Aktenkofferträger ist, dann sehe ich knallrot leuchtend grün und Gelb blinkt auch noch dazwischen. In so einem Moment habe ich 0,0% Anstand und Fluche schlimmer als unsere Landwirte. Ich glaube der Mann betet seither vor jeder Zugfahrt, in der Hoffnung, dass er mir nie wieder begegnet. :D
      Genau in dem Moment, als die Raupe dachte,
      die Welt geht unter, wurde sie zum Schmetterling.

      Autor Unbekannt