Die Benachteiligung behinderter Menschen im Jahr 2018

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      Die Benachteiligung behinderter Menschen im Jahr 2018

      Wir schreiben das Jahr 2018 und noch immer werden behinderte Menschen weitestgehend ignoriert, abgeschoben, als defizitär und als Kostenfaktor angesehen. Inklusion wird als gescheitert angesehen. Es existieren in der Gesellschaft viele Vorurteile.
      Quer durch alle Parteien hört man Stimmen gegen Inklusion, dabei müsste die Politik unbedingt eine Vorbildfunktion haben. Auch aufgrund unserer Geschichte müsste eine Aufarbeitung stattfinden, die in diesem Bereich bisher nur langsam voranschreitet. Die EU-Behinderrechtskonvention wird in Deutschland nur sehr schleppend umgesetzt, obwohl seit Unterzeichnung im Jahr 2007 bereits schon 11 Jahre vergangen sind.

      Die Medien verstärken dieses Bild, indem sie viele negative Berichte über Inklusion schreiben. Anstatt die Politik für die Missstände verantwortlich zu machen, gibt man lieber den behinderten Menschen die Schuld. Angeblich werden nichtbehinderte Menschen in ihrer Entwicklung bzw. in ihren schulischen Leistungen gehemmt. Immer und immer wieder werden solche Aussagen wiederholt, obwohl es viele Gegenstimmen und Länder gibt, die genau das Gegenteil beweisen.
      Der Begriff "Inklusion" wird missbräuchlich verwendet. Es werden Zustände dargestellt, die gar nichts mit Inklusion zu tun haben, aber als solche verkauft werden. So entsteht ein völlig falsches Bild in der Gesellschaft.

      Behinderten Menschen wird im Jahr 2018 weitestgehend die Teilhabe verweigert. Barrierefreiheit ist auch heute noch keine Selbstverständlichkeit, oftmals wird sie sogar verhindert oder als unnötig empfunden. Überall gibt es Barrieren: Auf der Straße, in Gebäuden, in Restaurants, in Geschäften, bei der Bahn, in Freizeiteinrichtungen, in Arzt- und Therapiepraxen, in Krankenhäusern, in Rehaeinrichtungen, in der Schule, auf der Arbeit, in den Medien...... Barrieren gibt es nicht nur für Menschen mit einer Körperbehinderung, sondern auch für Menschen mit Lernschwierigkeiten, für seh- und hörbehinderte Menschen, für Autisten.

      Selbstbetroffene und Angehörige müssen über Jahrzehnte immer wieder bis zur völligen Erschöpfung um Rechte und Leistungen kämpfen, oftmals bis zur Klage. Behördenwillkür ist KEINE Seltenheit, aber sie wird überhaupt nicht von den Verantwortlichen zur Kenntnis genommen. Behinderte Menschen können nicht wie nichtbehinderte Menschen frei über ihr Leben entscheiden. Dabei steht ihnen NICHT ihre Behinderung im Weg, sondern die Barrieren, die Fremdbestimmung und Willkür. Die Selbstbestimmung wird ihnen oft genommen. Es wird über behinderte Menschen gesprochen, anstatt mit ihnen. Wildfremde Leute entscheiden über ihr Leben. Wir müssen immer noch darüber diskutieren, ob man behinderten Menschen die gleichen Rechte gewährt, obwohl das Grundgesetz KLARE Worte spricht:
      NIEMAND darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
      dejure.org/gesetze/GG/3.html

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von „Ella“ ()

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      Die Stimmungsmache gegen Inklusion in den sozialen Netzwerken ist sehr bedenklich. Jeden Tag lese ich, dass Menschen gegen Inklusion, Gleichstellung und Teilhabe sind. Die Begründungen sind oftmals rückständig und zeigen, wie sehr behinderte Menschen immer noch diskriminiert, abgelehnt und benachteiligt werden. Die Menschen leben im Netz ihre Abneigung noch viel extremer aus. Wie kann man die Menschen/ die Gesellschaft/ die Politik erreichen? Ich habe das Gefühl, dass Argumente kaum etwas bewirken.

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      Die Menschen erreichen kann man nur im Real-Life. Indem man Inklusion vormacht und lebt.
      Ich glaube kaum, dass bei uns an der Schule jemand was gegen Inklusion sagt.
      Im Kindergarten waren wir auch das erste wirklich behinderte Kind als I-Kind. Die Jahre danach kamen viele nach.


      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Annemarie“ ()