Ehemaliger Förderschüler Nenad erhält Entschädigung

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      Ich finde am prägnantesten im Artikel den Satz ;

      Die Verseuchung der Schule mit dem Defizitblick beschneidet das weite Feld der Normalität.

      Das es Lehrer gibt , die nicht schockiert sind über Kinder die nicht ins Schema F passen , mag auch zu treffen, ist aber nicht überall zuverlässig der Fall , siehe:
      twitter.com/Astralwelpe/status/1033065403667365891

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „dagmar neo frea“ ()

      Ja, okay, hatte in dem Fall dann an der einen Schule nicht geklappt, dafür aber an der nächsten.

      Es findet gerade ein Umbruchprozess statt. Neue Lehrer wachsen in die Inklusion hinein. Andere gewöhnen sich dran. Dass es bei manchen nicht klappt, ist auch normal.
      Wir sollten dieser Entwicklung einfach eine Chance geben, es ist doch schon viel erreicht. Der Förderschulzwang ist überwunden, mit dem wir uns ähnlich wie Nenad gefühlt hätten.

      Ich weiß, es könnte mehr gehen, wenn die Politik nicht so an der Institution Förderschule klammern würde. Aber die Möglichkeit zur Inklusion ist - anders als früher - da, auch wenn man, wie das zitierte Beispiel zeigt, noch dafür kämpfen muss.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Annemarie“ ()

      Annemarie schrieb:



      Es findet gerade ein Umbruchprozess statt. Neue Lehrer wachsen in die Inklusion hinein. Andere gewöhnen sich dran. Dass es bei manchen nicht klappt, ist auch normal.
      Wir sollten dieser Entwicklung einfach eine Chance geben, es ist doch schon viel erreicht. Der Förderschulzwang ist überwunden, mit dem wir uns ähnlich wie Nenad gefühlt hätten.

      Ich weiß, es könnte mehr gehen, wenn die Politik nicht so an der Institution Förderschule klammern würde. Aber die Möglichkeit zur Inklusion ist - anders als früher - da, auch wenn man, wie das zitierte Beispiel zeigt, noch dafür kämpfen muss.



      Mhh , ich hab jetzt ein Problem damit , wie gelassen Du die "normalen" Kollateralschäden hin nimmst.
      Das die Zeiten , in denen Dinge wie mit Nenad geschehen, vorbei sind , kann ich nicht so sehen .
      Dazu steht ja im Artikel :

      Die "Inklusionsreform" hat also innerhalb von acht Jahren die Aussonderung von Schülern mit Behinderungen gerade mal um magere 0,5 Prozentpunkte vermindern können.

      Du kannst also ausrechnen , bei wieviel % der Fall Nenad noch möglich wäre.
      ich kann anhand der vorliegenden Zahlen Deinen Eindruck nicht bestätigen , es wäre in den letzten 8 Jahren viel erreicht worden.
      Wenn das in dem Tempo weitergeht , also 0.5 % weniger Schüler an Förderschulen in 8 Jahren , wird es wohl nur noch 1600 Jahre dauern , bis alle Schüler inkludiert sind :icon_lol :icon_lol

      Rechenfehler bitte verbessern.
      ich hab jetzt gerechnet 8 : 0,5 mal 100
      Die Zahlen finde ich auch gruselig.
      Ich sehe den Systemerhalt auch sehr kritisch. Dennoch möchte ich mich über den Fortschritt freuen können, der uns einfach vor 10 Jahren noch nicht zuteil gekommen wäre.

      Aus meiner Erfahrung sehe ich durchaus positive Einstellungen bei (Grundschul-)Lehrern und Eltern. Und dass es häufig die Eltern der I-Kinder sind, die die Förderschulen ganz toll finden. Was will man da machen...
      Aus meiner persönlichen Erfahrung in der kürzeren Vergangenheit kenne ich nun auch überwiegend positive Einstellungen bei Lehrern , auch enorm viel Kompetenz.
      Warum manche Eltern von behinderten Kindern Inklusion ablehnen weiß ich nicht.
      Ein Fehler wäre es allerdings den Erhalt der Förderschulen mit dem Willen von Eltern zu begründen.
      Das Falschgutachten in erheblichem Maße vorliegen wurde bereits im Bildungsbericht da gelegt und gleichermaßen im Bericht des Rechnungshofes NRW
      bildungsbericht.de/de/schwerpu…enschen-mit-behinderungen

      lrh.nrw.de/LRHNRW_documents/Un…etrieb_Foerderschulen.pdf

      Das wurde jedoch bisher von der Politik ignoriert.
      Insoweit wäre mein Wunsch , das nunmehr eine Klagewelle ( durch Nenad ) ins Rollen kommt.
      Dann kann die Realität nicht mehr unter den Teppich gekehrt werden.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „dagmar neo frea“ ()

      dagmar neo frea schrieb:

      Warum manche Eltern von behinderten Kindern Inklusion ablehnen weiß ich nicht.
      Weil ihr Kind unter den jetzigen Bedingungen leiden würde. Könnten sie zwischen einer gelungenen Inklusion mit gut ausgestatteten Schulen und einer Förderschule wählen, dann würden die meisten - da bin ich mir ziemlich sicher - die Inklusion wählen. Solche guten Schulen gibt es mittlerweile, aber noch viel, viel zu selten. Inklusion bedeutet heute oftmals noch Kampf und außerordentliches Engagement. Das können oder wollen nicht alle Eltern leisten.
      Mit dem Wort Inklusion verbinden viele Chaos, Außenseitertum, Überforderung und ein unübersichtliches Durcheinander in den Klassen. Das Wort wurde missbräuchlich für einen Zustand genutzt, der noch nicht einmal der Integration gerecht wird.

      Es müsste noch viel mehr aufgeklärt werden, was Inklusion eigentlich bedeutet. Da wären auch die Medien gefragt, die aber in der Mehrzahl auf den "Gescheitert-Zug" aufspringen und so die Inklusion schlechtreden, anstatt die Politik verantwortlich zu machen und sie zum Handeln aufzufordern.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Ella“ ()

      Annemarie schrieb:

      dagmar neo frea schrieb:


      Das Falschgutachten in erheblichem Maße vorliegen wurde bereits im Bildungsbericht da gelegt und gleichermaßen im Bericht des Rechnungshofes NRW

      Wo genau findest Du das?



      Im Bildungsbericht unter Diagnostik und Auftretenshäufigkeiten ab Seite 163 Schulalter , interessant ist aber auch die Unterscheidung zwischen Platzierungs und Verlaufsdiagnostik , sowie die verschiedenen Anzahlen von Förderschülern in den Bundesländern aufgrund unterschiedlicher Fördergutachten .
      So belegt auch in der Bertelsman Studie .

      Rechnungshof : Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs ab Seite 10
      Am heftigsten ist ab Seite 12 Rechnungshof :

      Darüber hinaus wurden Schüler mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung nach der jährlichen Überprüfung wiederholt der Gruppe der Schwerstbehinderten zugeordnet. Als schwerstbehindert i. S. d. AO-SF gelten Schülerinnen und Schüler mit diesem Förderschwerpunkt, wenn die Erziehungsschwierigkeit erheblich über die üblichen Erscheinungsformen hinausgeht oder wenn neben einer anhaltend hochgradigen Erziehungsschwierigkeit noch eine weitere Behinderung vorliegt. Im Schuljahr 2010/2011 galten rd. 26 v. H. der Schülerinnen und Schüler mit diesem Förderschwerpunkt als schwerstbehindert. Für den LRH stellte sich, da die AO-SF dazu keine Regelungen enthält, die Frage, nach welchen Vorgaben sich eine solche nachträgliche Zuordnung zur Gruppe der Schwerstbehinderten richtet bzw. ob sie außerhalb eines förmlichen AO-SF-Verfahrens überhaupt zulässig ist. Die Handhabung in den einzelnen Schulamtsbezirken war uneinheitlich. Sie reichte von Sammelanträgen ohne Einzelbegründungen, denen ein Schulamt entsprochen hatte, bis hin zu einer formstrengen, an das AO-SF-Verfahren angelehnten Vorgehensweise.

      Die vom LRH stichprobenhaft eingesehenen Begründungen für die beantragten Förderschwerpunktwechsel bzw. Zuordnungen zur Gruppe der Schwerstbehinderten waren häufig objektiv nicht nachvollziehbar oder wiesen deutliche inhaltliche Schwächen auf. Gleichwohl hatten die Schulaufsichtsbehörden auch solchen Anträgen regelmäßig entsprochen.