"Da muss er/ sie durch" und andere nervige Aussagen

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      "Da muss er/ sie durch" und andere nervige Aussagen

      "Da muss er/ sie durch." Solche Aussagen nerven mich gewaltig. Müssen Autisten, auch wenn es sie enorm stresst und in eine Krise befördert, durch jede Situation durch? Ich bin der Meinung: NEIN!
      Kennt ihr solche und andere nervige Aussagen auch?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Ella“ ()

      Ella schrieb:

      "Kennt ihr solche und andere nervige Aussagen auch?


      Heute zum Glück nicht mehr, aber von früher durchaus.

      Ich bekomme solche Aussagen gelegentlich mit, wenn andere Erwachsene (z.B. Arbeitskollegen) über ihre Kinder reden, z. B. in der Art von: "Da muss sie durch, mussten wir ja früher auch..." Ich frage mich dann immer, was ist denn das für ein fragwürdiges Argument? Nur weil man früher selbst bestimmte Erfahrungen mach musste (die bestimmt nicht immer schön waren), ist das doch noch lange kein Grund, es bei seinen eigenen Kindern genauso zu machen.

      Aussagen wie: "Da muss er/ sie durch." würde ich nur gelten lassen, wenn es sich um zumutbare oder absolut notwendige Anforderungen handelt. Aber was zumutbar ist und was nicht, ist ja gerade bei Autisten sehr individuell. Durch schulische oder berufliche Anforderungen (als Beispiel) muss man manchmal durch, aber auch da kann es ja sehr unterschiedlich sein, was man jemandem konkret abverlangen kann und was nicht.
      Hallo Ella,

      von mir eine klare Antwort, unabhängig davon, ob es sich um Autisten oder um Nichtautisten handelt:
      Nein!

      Interessanterweise kenne ich den Spruch meist nur in Zusammenhang mit Kindern,
      nicht bei Erwachsenen. Durch Situationen, die in der "Erwachsenenwelt" untragbar wären, müssen Kinder aber durch, z.B. Mobbing und Anforderungen über dem Leistungslimit.

      Ja, kenne ich! :icon_rolleyes

      Liebe Grüße

      Mariaa schrieb:

      Durch Situationen, die in der "Erwachsenenwelt" untragbar wären, müssen Kinder aber durch, z.B. Mobbing und Anforderungen über dem Leistungslimit.


      Das ist mir leider auch schon aufgefallen, diese Ungleichbewertung bei Kindern und Erwachsenen.

      Was ich mich manchmal frage: Dass die Erwachsenen bei Mobbing unter Kindern oft hilflos reagieren und im Zweifel mit Sprüchen reagieren wie "Da musst du durch", liegt das vielleicht auch daran, dass es gegen Mobbing unter Kindern kaum eine rechtliche Handhabe gibt?

      Unter Erwachsenen ist es ja so, dass z. B. Mobbing am Arbeitsplatz eine sofortige Kündigung nach sich ziehen kann, zumindest theoretisch. Aber ein Kind wegen permanenten Mobbings von der Schule zu verweisen, das ist nicht so ohne Weiteres möglich. Man kann ja rechtlich nicht gegen die Kinder direkt vorgehen (außer vielleicht bei über 14-Jährigen, wenn sie strafmündig sind), sondern immer nur die verantwortlichen Erwachsenen in die Pflicht nehmen, was ja manchmal auch alles andere als einfach ist.
      Das ist alles nur ne faule Ausrede.

      Man kann auch gegen minderjährige Mobber vorgehen:
      - strafrechtlich: ab 14 Jahren
      - zivilrechtlich (deliktsrechtlich): ab 7 Jahren
      - öffentlich-rechtlich: z.B. Ordnungsmaßnahmen durch die Schule - altersunabhängig

      Gegen die Schule kann man übrigens auch vorgehen, wenn die Schule nichts gegen das Mobbing unternimmt und den gemobbten Schüler nicht schützt.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Annemarie“ ()

      Ich will das Thema Mobbing jetzt nicht vertiefen, aber hat eine Schule heute wirklich noch die Möglichkeit, Ordnungsmaßnahmen konsequent durchzuziehen, ohne dass die Eltern sofort Widerspruch einlegen und mit Anwälten drohen? Nach allem, was man aus den Medien so erfährt, haben die Schulen da heute kaum noch Möglichkeiten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Dario“ ()